Chip-Pflicht für Katzen im Kanton Bern – warum Sie Ihre Katze schon heute chippen lassen sollten
Viele Katzenhalterinnen und Katzenhalter haben es bereits gehört: Im Kanton Bern wird derzeit die Einführung einer Chip-Pflicht für Katzen vorbereitet. Das genaue Datum des Inkrafttretens steht aktuell noch nicht fest. Klar ist jedoch, dass die Kennzeichnung von Katzen mittels Mikrochip in Zukunft verpflichtend werden soll.
Doch unabhängig von der gesetzlichen Entwicklung bietet das Chippen Ihrer Katze bereits heute zahlreiche Vorteile – für Ihr Tier und für Sie als Besitzerin oder Besitzer.
Was ist ein Mikrochip?
Ein Mikrochip ist ein etwa reiskorngrosser Transponder, der unter die Haut der Katze eingesetzt wird. Jeder Chip enthält eine einzigartige Identifikationsnummer, die mit einem speziellen Lesegerät ausgelesen werden kann.
Wichtig zu wissen: Ein Mikrochip ist kein GPS-Tracker und ermöglicht keine Ortung Ihrer Katze. Er dient ausschliesslich der eindeutigen Identifikation.
Warum ist das Chippen sinnvoll?
Schnelle Identifikation bei vermissten Katzen
Jedes Jahr verschwinden zahlreiche Katzen oder werden verletzt aufgefunden. Ist eine Katze gechippt und registriert, können Tierarztpraxen, Tierheime, die Polizei sowie weitere zuständige Stellen den Chip auslesen und die Halterin oder den Halter rasch kontaktieren.
Dadurch steigt die Chance erheblich, dass die Katze schnell und sicher wieder nach Hause zurückkehrt.
Gewissheit im Ernstfall
Leider kommt es auch vor, dass Katzen bei Verkehrsunfällen oder anderen Unglücken ums Leben kommen. Dank eines registrierten Mikrochips können die Besitzerinnen und Besitzer informiert werden. So bleibt die Ungewissheit über das Schicksal des geliebten Tieres erspart.
Dauerhafte und sichere Kennzeichnung
Im Gegensatz zu Halsbändern oder Anhängern kann ein Mikrochip nicht verloren gehen. Er bleibt in der Regel ein Leben lang unter der Haut und benötigt keine Wartung oder Erneuerung.
Gerade bei Freigängerkatzen bietet dies eine besonders zuverlässige Form der Kennzeichnung.
Moderne Alltagshilfen dank Mikrochip
Ein Mikrochip hilft nicht nur dabei, eine verlorene Katze eindeutig zu identifizieren. Er kann auch zahlreiche praktische Funktionen im Alltag ermöglichen.
So lassen sich viele moderne Katzentüren mit dem Mikrochip der Katze verbinden. Die Tür öffnet sich nur für registrierte Tiere und verhindert dadurch, dass fremde Katzen ins Haus gelangen. Einige Systeme können zudem mit einer App oder einem Hub gekoppelt werden, sodass Ein- und Ausgangszeiten dokumentiert und kontrolliert werden können.
Auch chipgesteuerte Futterautomaten bieten Vorteile – insbesondere in Mehrtierhaushalten. Sie stellen sicher, dass jedes Tier nur auf sein eigenes Futter zugreifen kann. Dies kann beispielsweise hilfreich sein, wenn ein Tier Spezialfutter benötigt, auf Diät gesetzt wurde oder unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse bestehen.
Eindeutige Besitzverhältnisse schaffen
Ein weiterer Vorteil des Mikrochips ist die klare Zuordnung einer Katze zu ihrer Halterin oder ihrem Halter. Gerade bei Freigängerkatzen kann es gelegentlich zu Missverständnissen kommen, wenn Tiere von Dritten gefüttert, aufgenommen oder als vermeintlich zugelaufen gemeldet werden.
Durch die Registrierung des Mikrochips sind die Besitzverhältnisse eindeutig dokumentiert. Dies schafft Sicherheit für Katzenhalterinnen und Katzenhalter, erleichtert die Arbeit von Tierarztpraxen und Behörden und hilft dabei, Unklarheiten im Interesse aller Beteiligten rasch zu klären.
Der Mikrochip trägt somit nicht nur zur Identifikation der Katze bei, sondern schafft auch Rechtssicherheit und Transparenz.
Wie läuft das Chippen ab?
Das Einsetzen eines Mikrochips ist ein einfacher und schneller Eingriff. Der Chip wird mit einer speziellen Kanüle unter die Haut im Nackenbereich eingesetzt.
Die meisten Katzen tolerieren diesen Vorgang sehr gut. Das Chippen erfolgt in der Regel am wachen Tier und ist vergleichbar mit einer Impfung.
Der Eingriff dauert nur wenige Sekunden und verursacht meist nur eine minimale Belastung für die Katze.
Registrierung nicht vergessen
Damit der Mikrochip seinen Zweck erfüllen kann, muss er registriert werden. In der Schweiz erfolgt dies über die Datenbank ANIS.
Besonders wichtig ist, dass die hinterlegten Kontaktdaten stets aktuell sind. Eine gechippt gefundene Katze kann nur dann ihrer Besitzerin oder ihrem Besitzer zugeordnet werden, wenn die Angaben korrekt sind.
Wir empfehlen deshalb, die persönlichen Daten regelmässig zu überprüfen und bei einem Umzug, einer neuen Telefonnummer oder einer geänderten E-Mail-Adresse diese umgehend anzupassen.
Die kommende Chip-Pflicht im Kanton Bern
Mit der geplanten Chip-Pflicht soll die Identifikation von Katzen vereinfacht und der Schutz von Haustieren verbessert werden. Ausserdem erleichtert die Registrierung die Zuordnung von Fundtieren und unterstützt die Arbeit von Tierheimen, Tierärztinnen und Tierärzten sowie Behörden.
Auch wenn die gesetzliche Regelung noch nicht in Kraft getreten ist, kann es sinnvoll sein, bereits jetzt vorzusorgen und die eigene Katze chippen zu lassen.
Wir sind für Sie da
Sie möchten Ihre Katze chippen lassen oder haben Fragen zur Registrierung oder zu den kommenden gesetzlichen Änderungen?
Unsere Teams beraten Sie gerne persönlich. Vereinbaren Sie einen Termin in einer unserer Tierarztpraxen – wir helfen Ihnen dabei, dass Ihre Katze im Ernstfall eindeutig identifiziert werden kann und möglichst schnell wieder nach Hause findet.
Kontaktieren Sie einen unserer Standorte oder buchen Sie Ihren Termin bequem online.
Autorin:
med. vet. Simone Steiner
Med. vet. Simone Steiner ist Tierärztin bei MeikoVet in Interlaken.
Autorin:
med. vet. Simone Steiner
Med. vet. Simone Steiner ist Tierärztin bei MeikoVet in Interlaken.