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Kastration und Sterilisation bei Hund und Katze
Kastration beim Hund:
Gründe für eine Kastration beim Hund
Eine Kastration kann aus medizinischen und praktischen Gründen sinnvoll sein. Sie verhindert ungewollten Nachwuchs und erleichtert oft den Umgang mit mehreren Hunden oder mit Freilauf.
Medizinische Gründe sind zum Beispiel:
- Hodentumoren
- nicht abgestiegene Hoden (Kryptorchismus)
- Entzündungen oder Tumoren der Gebärmutter
- bestimmte hormonbedingte Erkrankungen, etwa eine Diabetes mellitus bei älteren Hündinnen
Eine Kastration sollte jeweils eine medizinische Indikation haben oder zur Verhinderung unkontrollierter Vermehrung dienen.
Ablauf einer Kastration beim Hund
Der Hund wird für die Operation in Vollnarkose gelegt und sollte vorher nüchtern sein.
- Rüde: Über einen kleinen Schnitt vor dem Hodensack werden beide Hoden entfernt und die Wunde vernäht.
- Hündin: Da sich die Eierstöcke im Bauch befinden, ist der Eingriff etwas umfangreicher. Nach Öffnung der Bauchdecke werden die Eierstöcke, bei Bedarf auch die Gebärmutter, entfernt und der Bauch schichtweise verschlossen.
Nach der Operation erhält der Hund Schmerzmittel und meist einen Body oder Halskragen, damit die Wunde nicht beleckt wird. Die Fäden können in der Regel nach etwa zehn bis zwölf Tagen gezogen werden.
Endoskopische Kastration beim Hund
Die endoskopische Kastration (Schlüssellochchirurgie) ist eine minimalinvasive Variante. Dabei werden nur sehr kleine Hautöffnungen benötigt, über die eine Kamera und Instrumente eingeführt werden. Der Vorteil: kleinere Wunden, oft weniger Schmerzen und eine schnellere Erholung. Dies kann besonders bei sensiblen Hunden oder in Rudelhaltung hilfreich sein.
Wie lange dauert eine Kastration beim Hund?
Die Dauer der Kastration hängt unter anderem ab von:
- Gesundheitszustand und Alter des Hundes
- Art der Narkose
- Anatomischen Besonderheiten (z. B. versteckte Hoden)
- eventuellen zusätzlichen Eingriffen
Beim gesunden Rüden mit normal liegenden Hoden verläuft die Kastration meist relativ zügig. Bei Hündinnen und bei kryptorchiden Rüden dauert der Eingriff naturgemäss etwas länger. Die Tierärztin oder der Tierarzt bespricht individuell, wann der Hund wieder abgeholt werden kann.
Chemische Kastration beim Rüden (Hormonimplantat)
Die chemische Kastration ist eine reversible Alternative zur Operation und wird in der Regel nur beim Rüden eingesetzt. Dabei wird ein kleines Hormonimplantat (ähnlich der Grösse eines Mikrochips) unter die Haut gesetzt.
- Das Implantat enthält ein GnRH-Analogon (z. B. Deslorelin).
- Zunächst kann die Testosteronproduktion kurzzeitig ansteigen, weshalb rüdenhaftes Verhalten in den ersten Wochen sogar stärker sein kann. Dies kann mit einer Vorbehandlung verhindert werden und wird jeweils empfohlen.
- Anschliessend werden die Hirnanhangsdrüse und darüber die Hoden so beeinflusst, dass kaum noch Testosteron produziert wird – der Rüde wird vorübergehend unfruchtbar.
Je nach Präparat hält die Wirkung ungefähr 6 bis 12 Monate, teilweise länger bei kleineren Hunden. Nach einiger Zeit nimmt die Wirkung langsam ab, die Hormonproduktion setzt wieder ein, Hoden und Sexualverhalten kehren nach und nach zurück.
Die chemische Kastration eignet sich:
- als „Testkastration“, um zu prüfen, ob sich unerwünschtes Verhalten unterdrücken lässt
- bei Rüden, bei denen eine Vollnarkose vermieden werden soll
Mögliche Nebenwirkungen können unter anderem verändertes Fressverhalten, Gewichtszunahme oder vorübergehende Veränderungen von Fell und Verhalten sein. Für Hündinnen ist dieses Implantat derzeit nicht zugelassen.
Veränderungen nach der Kastration beim Hund
Nach einer chirurgischen oder chemischen Kastration nimmt das geschlechtsspezifische Verhalten meist deutlich ab. Wie stark, ist von Hund zu Hund unterschiedlich.
Zu beachten sind:
- Narkoserisiko, vor allem bei älteren oder kranken Tieren
- mögliche Gewichtszunahme, wenn die Futtermenge nicht angepasst wird
- gelegentliche Fellveränderungen
- bei grossen Hündinnen ein etwas erhöhtes Risiko für Harninkontinenz
Vor dem Eingriff sollte immer geklärt werden, ob störende Verhaltensweisen tatsächlich hormonell bedingt sind. In manchen Fällen ist eine Verhaltenstherapie sinnvoller oder eine wichtige Ergänzung.
Der richtige Zeitpunkt für die Kastration beim Hund
Grundsätzlich können Hündinnen und Rüden bereits in jungem Alter kastriert werden. Oft empfiehlt man beim Rüden jedoch, das Ende des Knochenwachstums abzuwarten, damit sich Gelenke und Muskulatur normal entwickeln können.
Bei der Hündin hängt der ideale Zeitpunkt von Rasse, Grösse, erster Läufigkeit und allgemeinem Gesundheitszustand ab. Ein persönliches Beratungsgespräch in der Tierarztpraxis ist in diesem Zusammenhang unerlässlich, um potenzielle Risiken zu erörtern.
Kastration bei Katzen:
Warum Kater und Katzen kastrieren lassen?
Die Kastration ist bei Katzen sehr verbreitet, da sie viele Vorteile mit sich bringt:
- Kater markieren weniger, sind meist weniger aggressiv und streunen weniger weit.
- Kätzinnen werden nicht mehr rollig, was für Tier und Halter oft deutlich entspannter ist.
- Bei Freigängern verhindert die Kastration eine grosse Zahl ungewollter Jungtiere und hilft, die Population verwilderter Katzen zu reduzieren.
Ablauf der Kastration bei Katze und Kater
Wie beim Hund wird auch die Katze für die Kastration in Vollnarkose gelegt und muss vorher nüchtern sein.
- Kater: Der Hodensack wird rasiert und desinfiziert, die Hoden werden über zwei kleine Öffnungen entfernt. Meist ist keine Hautnaht nötig.
- Kätzin: Über einen kleinen Schnitt am Bauch werden die Eierstöcke, bei Bedarf auch die Gebärmutter, entfernt. Bereits während der Narkose erhält die Katze Schmerzmittel.
Ist die Katze nach dem Eingriff wach und stabil, darf sie nach Hause. Die Fäden werden in der Regel nach etwa zehn Tagen gezogen. Ein Halskragen oder Body verhindert, dass die Wunde beleckt wird.
Risiken der Kastration bei der Katze
Obwohl es sich um Routineeingriffe handelt, bestehen wie bei jeder Operation gewisse Risiken, insbesondere im Zusammenhang mit der Narkose. Katzen mit Herz- oder anderen Vorerkrankungen haben ein höheres Risiko.
Komplikationen wie stärkere Blutungen oder Wundheilungsstörungen sind selten, lassen sich durch gute Überwachung und sorgfältige Nachsorge aber weiter minimieren.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Kastration der Katze?
Kater werden häufig zwischen sechs und neun Monaten kastriert. Bei Kätzinnen erfolgt der Eingriff oft kurz vor oder um den Eintritt der Geschlechtsreife. Da der Zeitpunkt rasse- und individuenabhängig ist, sollte er immer mit der Tierärztin oder dem Tierarzt abgesprochen werden.
Kryptorchismus und Gebärmuttererkrankungen bei Katzen
Bei kryptorchiden Katern befindet sich einer oder beide Hoden im Bauchraum oder in der Leiste. Sie müssen in der Operation gesucht und entfernt werden, was den Eingriff etwas aufwendiger macht.
Bei Kätzinnen wird die Gebärmutter mit entfernt, wenn krankhafte Veränderungen wie eine Gebärmuttervereiterung (Pyometra) oder Tumoren vorliegen oder wenn im Rahmen eines Kaiserschnitts ohnehin operiert wird.
Hormonelle (chemische) Kastration bei der Katze
Bei Katzen spielt die chemische Kastration eine deutlich kleinere Rolle als beim Hund.
- Bei Zuchtkatern werden teilweise Gestagene (weibliche Sexualhormone) eingesetzt, um das Sexualverhalten für einen begrenzten Zeitraum zu unterdrücken.
- Auch bei Kätzinnen können Gestagen-Präparate die Rolligkeit unterdrücken.
Diese hormonellen Methoden sind allerdings nicht als Dauerlösung geeignet, da sie das Risiko für Nebenwirkungen wie:
- Gebärmutterentzündungen
- Mammatumoren
- Stoffwechselstörungen
erhöhen können.
Verhalten und Gewicht nach der Kastration bei der Katze
Nach der Kastration zeigen Kater und Katzen deutlich weniger geschlechtsspezifisches Verhalten. Viele Tiere werden ruhiger, und vor allem Freigänger bleiben häufiger in der Nähe des Zuhauses.
Da der Energiebedarf sinkt, nehmen viele kastrierte Katzen leichter zu. Eine angepasste Fütterung und genügend Beschäftigung sind deshalb wichtig, um Übergewicht zu vermeiden.
Autorin:
Dr. med. vet. Laura Loi, FVH
Dr. med. vet. Laura Loi ist leitende Tierärztin bei MeikoVet in Maienfeld.
Autorin:
Dr. med. vet. Laura Loi, FVH
Dr. med. vet. Laura Loi ist leitende Tierärztin bei MeikoVet in Maienfeld.
