Reiseprophylaxe und richtige Ferienvorbereitung für Hunde und Katzen

Urlaubszeit bedeutet auch für Tiere eine Umstellung. Wer seinen Hund oder seine Katze mit ins Ausland nehmen möchte, sollte sich frühzeitig um die passende Vorsorge kümmern. So lassen sich viele gesundheitliche Risiken vermeiden und die gemeinsame Reise wird für Mensch und Tier entspannt.

Was versteht man unter Reiseprophylaxe für Haustiere?

Unter Reiseprophylaxe fasst man alle Massnahmen zusammen, die das Tier vor Erkrankungen schützen sollen, die im Heimatland kaum, in anderen Regionen jedoch häufig vorkommen. Dazu zählen unter anderem Infektionskrankheiten wie Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose oder Herzwurmerkrankungen, die überwiegend in wärmeren Ländern auftreten und durch Parasiten wie Mücken oder Zecken übertragen werden.

Relevante Risiken für Hund und Katze nach Urlaubsregion

Südeuropa (z. B. Spanien, Italien, Griechenland): hier besteht ein erhöhtes Risiko für Leishmaniose, Herzwurm und Ehrlichiose.

Osteuropa und Balkan: häufig treten durch Zecken übertragene Erkrankungen wie Babesiose auf.

Nordeuropa und Skandinavien: zwar weniger Tropenkrankheiten, dennoch ist auch hier ein Schutz vor Zecken sinnvoll.

Vor der Abreise: Wichtige Vorsorgemassnahmen für Hunde und Katzen

Ein rechtzeitiger Tierarztbesuch – idealerweise vier bis sechs Wochen vor Reisebeginn – ist entscheidend, um die Schutzmassnahmen individuell anzupassen. Häufig gehören dazu:

  • Impfungen und Auffrischungen (z. B. Tollwut, je nach Zielland weitere Empfehlungen)
  • Parasitenprophylaxe mit Spot-on-Präparaten, Tabletten oder speziellen Halsbändern
  • Entwurmung sowie ggf. Medikamente zur Vorbeugung von Herzwurmbefall
  • Kontrolle von Chipnummer und Einträgen im EU-Heimtierausweis

Praktische Checkliste für die Reise mit Hund oder Katze

  • Termin beim Tierarzt zur Reiseberatung
  • Länder spezifische Bestimmungen prüfen
  • Gültiger EU-Heimtierausweis mit eingetragener Tollwutimpfung (erst 21 Tage nach der Verabreichung gültig)
  • Parasiten- und Zeckenschutz abgestimmt auf das Zielgebiet
  • Sicheres Transportmittel (Box, Geschirr oder Netz)
  • Reiseapotheke, ausreichend Wasser und Pausen einplanen

Nach dem Urlaub: Warnzeichen für Reisekrankheiten bei Haustieren

Auch nach einem gelungenen Urlaub ist Wachsamkeit wichtig. Zeigt Ihr Tier Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Abmagerung oder Hautveränderungen, sollte unbedingt eine tierärztliche Untersuchung erfolgen. Viele sogenannte „Reisekrankheiten“ treten erst Wochen oder Monate später auf – eine frühe Diagnose verbessert die Heilungschancen deutlich.

Autorin:

Dr. med. vet. Laura Loi, FVH

Dr. med. vet. Laura Loi ist leitende Tierärztin bei MeikoVet in Maienfeld. 

Autorin:

Dr. med. vet. Laura Loi, FVH

Dr. med. vet. Laura Loi ist leitende Tierärztin bei MeikoVet in Maienfeld.